Wir sind umgezogen und ausserdem wollen wir unser Spektrum an Themen erweitern. Deloitte Consulting wird in Zukunft über alle für unsere Beratung relevanten Themen bloggen. Sie finden uns ab jetzt unter
Ich bin eben auf einen interessanten Blog über Kaufentscheidungen auf ANDERS|denken gestossen. Da werden diverse Studien zitiert, die uns einen deutlichen Hinweis darauf geben, wie sich das Informationsverhalten von Käufern ändert. Wie nicht anders zu erwarten, sind es besonders die persönlichen Empfehlungen und Hinweise von anderen Käufern, die starken Einfluss auf Kaufentscheidungen haben, wohingegen die "offizielle" Kommunikation von Unternehmen nur begrenzt wirkt. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung von Online-Recherchen zu Produkten in verschiedenen Branchen auf.
Quelle: ACTA Studie Vortrag "Internetinduzierte Kaufentscheidungen und Kaufverhalten", Dr. Johannes Schneller, 2008, http://www.acta-online.de/
Was ins Auge sticht, ist der Spitzenreiter Reisen. Und dazu fällt mir sofort die Frage ein, dir mir mein Kollege Robert unlängst gestellt hat: Warum sollte ich eigentlich noch in ein Reisebüro gehen? Den Informationsvorteil über Fluglinien, Hotels und lokalen Touristikangeboten, den ein Reisebüro früher mal hatte gibt es praktisch nicht mehr. Jeder kann sich per Internet selbst die entsprechenden Infos holen. Die Glaubwürdigkeit des/der Angestellten des Reisbüros, die mir aus zweiter Hand über meinen Traumurlaub berichtet, ist nicht höher als die von jedem Anderen. Und buchen kann man praktisch überall auch online.
Was bleibt also? Interessant finde ich den Weg, der von STA Travel Blogs eingeschlagen wurde.
Hier bietet das Unternehmen eine Plattform, wo Kunden Ihre Reisen online beschreiben, bewerten und diskutieren können. Somit kann die eventuell gleich die Energie, die manchmal für abendfüllende Reise-Diavorträge verwendet wird, gleich in diese Form der Berichterstattung umgeleitet werden. Potential für aktive Mitwirkung ist, denke ich, genug vorhanden. Natürlich ist das ganze auch mit den "normalen" Services eines Reisebüros versehen, damit die eben diskutierte Wunschreise sofort bequem von dort aus gebucht werden kann. Der Mehrwert für den Interessenten liegt auf der Hand: Er bekommt vorab Information denen er Vertraut, nämlich Bewertungen und Erlebnisse anderer Reisender an einer Stelle. Das Reisebüro hat Kunden auf seiner Website und kann gezielt Services anbieten.
Das Reisebüro hat seinen Informationsvorsprung zurückgeholt, aber diesmal kommt die Information von den Kunden bzw. der Community.
Wefollow ist eine Art Benutzerverzeichnis für Twitter und zeigt uns die am besten vernetzten Twitterer für verschiedene Themen bzw. Stichwörter an. Nach der Eingabe von drei Stichwörtern und und der Freigabe, dass die Site die Daten des eigenen Twitter-User abfragen darf, ist man selbst auch dabei.
Vor kurzem hat mir ein Freund - seines Zeichens Top-Manager bei FedEx - anlässlich seines Österreich Urlaubs eine nette Geschichte erzählt.
Die Vorstandsetage entschied sich einen New Yorker Berater-Guru eines namhaften Beratungshauses zum Thema Social Media & Co für einen Vortrag in deren Firmenzentrale nach Memphis/TN einzuladen.
Im Publikum sollten alle Vorstände und die Oberste Führungsebene sitzen.
Es kam jedoch nie zu diesem Vortrag! Der Experte für neue Medien ist nämlich eifriger Twitterer. Bei seiner Landung in Memphis begann er sich im Minuten-Takt via Twitter abfällig über Memphis, die Südstaaten, den Flughafen usw. zu äußern. Kurz vor betreten des Firmengeländes schaltete er seinen Blackberry ab, nicht jedoch ohne vorher noch zu posten, dass er es kaum erwarten könnte so schnell wie möglich wieder aus dieser grässlichen Stadt zu verschwinden.
Sein Wunsch wurde schneller erfüllt als ihm lieb war. Offenbar ist die Vorstandsetage bei FedEx besser vertraut mit neuen Medien als dem Berater bewusst war.
Prompt wurde ihm der Zutritt zum Firmengelände verweigert und er wurde mit einem Firmenjet (FedEx hat eine der größte Flugzeugflotten der Welt) wieder zurück nach New York geflogen. Selbstverständlich verlor er nach amerikanischen Gepflogenheiten sofort seinen Job.
Ich weiss nicht was amüsanter ist. Die Tatsache, dass einem Profi sowas passiert, oder jene, dass die durchaus betagten Herren im Vorstand sich auf Twitter & Co tummeln.
Eine Motivation für alle Manager an den neuen Medien dran zu bleiben!
Der PEW Report aus den USA zeigt, dass sich 2008 erstmals mehr Amerikaner über das Internet als über gedruckte Zeitungen informierten. Läutet Web 2.0 das Ende des Geschäftsmodells der Printmedien ein?
Deloitte hat Ende letzten Jahres in einer Studie prognostiziert, dass 2009 jede 10. US Zeitung ihren Betrieb einstellen werden. Dass klang zunächst unglaubwürdig, aber inzwischen mehren sich die Zeichen, dass die Entwicklung in diese Richtung geht. So wird beispielsweise mit 17. März die Print Ausgabe der Seattle Post nach 146 Jahren eingestellt. Voriges Jahr ging der zweitgrößte Zeitungsverlag der USA Pleite, der u.a. die Los Angeles Time und die Chicago Tribune herausbrachte. Und selbst die New Yok Times kämpft bereits mit finanziellen Schwierigkeiten.....
Schuld daran ist aber nicht die Krise, diese hat allenfalls beschleunigenden Charakter, sondern es erfolgt durch die verstärkte Internet Nutzung und insbesondere durch die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 ein struktureller Wandel in der Informationsbeschaffung.
In der PEW Studie wird dieser Trend beschrieben als die Abkehr vom institutionellen Journalismus hin zum individuellen Journalisten. EMail, Blogs, social media, Suchmaschinen etc erlauben dem Informationssuchenden auf die Arbeiten von individuellen "Schreibern" direkt zuzugreifen. Dies können professionelle Journalisten sein, die auf eigenen Websites/Plattformen ihre Dienste anbieten oder aber auch Privatpersonen, die Informationen bereit stellen. Die Konsumenten stellen sich aus verschiedenen Quellen die für sie relevanten Informationen zusammen. Der Zukunftsforscher Matthias Horx spricht diesbezüglich von einer Individualisierung des Medienverhaltens.
Was bedeutet das für die Zeitungen, die 2008 in den USA 4,6% ihrer Auflage und 10% der Beschäftigten verloren und auf die 2009 das möglicherweise schwierigste Jahr seit ihrem Bestehen wartet? Und werden wir diese Zeitungskrise auch in Europa erleben?
Es gilt neue Geschäftsmodelle zu finden, bei denen Zeitungen, Journalisten und andere Informationslieferanten im Web 2.0 Netzwerk integriert und sich ergänzend agieren, Allianzen bilden, sich spezialisieren auf Themen, die sie besser beherrschen als andere und den Rest durch andere abdecken lassen, auf die sie verweisen. Dies beschreibt u.a. Jarvis ("Cover what you do best, link to the rest"). Aber hier wird noch viel Kreativität und eine genaue Beobachtung der Entwicklungen im Internet erforderlich sein, um die richtigen Antworten zu finden und geeignete Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Europa wird vor diese Entwicklung nicht verschont bleiben. In einer repräsentativen Studie hat Deloitte in 5 ausgewählten Ländern die Mediennutzung untersucht (The State of Media Democracy) und dabei festgestellt, dass in Deutschland nach wie vor eine deutliche Dominanz traditioneller Medien wie TV, Bücher und Zeitungen besteht. Andererseits erkunden gerade die Jüngeren verstärkt die technischen Möglichkeiten von Internet- und Multimedia-Applikationen bei Endgeräten wie Smartphones. Generell zeigt die Studie, dass die Deutschen aber schwerer zu begeistern sind als beispielsweise Anglo-Amerikaner oder Brasilianer, daher dauert der Prozess der Umstellung länger.
Fazit: Die Entwicklung wird vermutlich zeitverzögert auch nach Europa kommen und die traditionellen Geschäftsmodelle der Zeitungen massiv herausfordern......
Die österreichische Post AG geht in der Kommunikation neue Wege. VDir. Herbert Götz (Filialnetz und Marketing) hat die herausfordernde Aufgabe das Filialnetz der Post auf die Liberalisierung 2011 vorzubereiten. Dazu gehört auch die Umstellung nicht rentabler Postämter auf Post.Partner.
Eine Veränderung, die zwar von vielen verstanden wird, aber auch Widerstände hervorruft. Herbert Götz ergreift die Chance, die ihm die neuen Medien bieten, um in einen direkten Dialog mit Mitarbeitern, Kunden, Politik und Öffentlichkeit zu treten und die Notwendigkeiten und Vorteile der neuen Strukturen zu erläutern.
Darüberhinaus bietet er mit dem Blog vollständige Transparenz hinsichtlich des Fortschritts der Gespräche mit den Bürgermeistern und den neuen Post Partnern durch aktuelle Statusanzeigen an.
Herzliche Gratulation zu diesem Schritt in Richtung Transparenz und offenem Dialog in einem politisch und emotional stark besetztem Thema.
Das aktuelle Beispiel der Telekom zeigt wie die Wirkung von Web 2.0 immer noch unterschätzt wird.
Zwei Dinge sind immer wieder zu beobachten:
Erstens: Das Vorurteil "YouTube usw. machen eh nur Kinder und Jugendliche" stimmt natürlich schon längst nicht mehr.
Zweitens: Der raschen Verbreitung wird auch viel zu wenig Bedeutung beigemessen. So schaffte es ein aktuelles YouTube Video innerhalb kürzester Zeit auf über 100.000 Views.
Ein Tip an Manger: Bloß die neuen Medien nicht unterschätzen!
So nannte Mark Mellmann, einer der Gurus unter den Kommunikationsstrategen, Barack Obamas Wahlkampf 2008. Man könnte wohl ganze Bücher schreiben über den Wahlkampf, das wird man sicherlich auch tun. Denn der Wahlkampf war wohl einzigartig. Abgesehen von der Länge, der Intensität und des Budgets, wird er als erster erfolgreich geführter Wahlkampf der Online-Kommunikation in die Geschichtsbücher eingehen. Es war schon höchst beeindruckend, was das Team mit Hilfe von Internet/Web 2.0 & Co alles auf die Beine gestellt hat. Kein möglicher Kommunikationskanal wurde ausgelassen. Neben dem "normalen" YouTube Channel, wo alle Reden von Obama eingestellt wurden, gab es noch emotionale Videos, das wohl bekannteste. "Yes we can!" (wurde übrigens 12 Millionen mal angesehen...)
Facebook wurde dazu benutzt, um aktiv eine Community aufzubauen, nicht nur um sich einfach selbst darzustellen. Web 2.0 wurde hier verstanden. "Take action" war das Motto. Freunde, Nachbarn, Verwandte sollten aufgefordert werden, Parties zu organisieren, usw. Natürlich wurde auch getwittert und es gab ein myspace Profil. Diese Liste würde sich unendlich fortsetzen lassen. Viel interessanter zu sehen ist jedoch, dass diese Tools nicht nur zur Einweg-Kommunikation verwendet wurden. Sie wurden auch verwendet, um Spenden zu sammeln. Der Großteil des Spendenaufkommens für Obama wurde mit Spenden über das Internet erzielt, die im Schnitt deutlich unter $100 lagen.
Nicht nur das, binnen Minuten wurde auf Strömungen in der Bloggerszene reagiert. Lügen, Gerüchte und Verschwörungstheorien hatten nicht die geringste Chance zu entstehen.
Hat er den Wahlkampf deswegen gewonnen? Nun sicherlich nicht nur deswegen, die Chancen standen wohl ohnehin sehr gut für die Demokraten, aber sicherlich auch deswegen. Was viel wichtiger ist, man hat eine unbezahlbare breite Basis in der jungen Wählerschaft geschaffen, die natürlich sehr wohl nach solchen Kommunikationsformen verlangt.
Die primäre Quelle für 18-29 jährige Amerikaner war das Internet.
Interessant auch wo sie sich informieren...
myspace schlägt die New York Times!
Nebenbei erwähnt, Prof. DDr. Arno Scharl, über den wir schon einmal berichteten, hat den U.S. Wahlkampf in den Online-Medien zum Forschungsthema gemacht. Auf der Website ECOreserarch | US Election 2008 Web Monitor kann man sich über die Intensität, die Tonalität (positiv/negativ) und die Schlagwörter, mit denen über die verschiedenen Kandidaten und Parteien online in Blogs und in den Medien berichtet wurde, informieren. Sehr interessant!
Es drängt sich ein Vergleich mit der abgelaufenen Nationalratswahl in unserem Land auf. Was haben hier die Parteien im Internet auf die Beine gestellt?
Sehr wenig bis gar nichts! Am ehesten fällt da wohl noch die Aktion der Grünen ein, über das Wahlplakat online abzustimmen.
Ein Twitter von Wilhelm Molterer, der dann doch nicht von ihm war oder vielleicht von einem Assistenten?? Niemand weiß Näheres.
Was könnte ein Grund für das gute Abschneiden von FPÖ/BZÖ in der jungen Wählerschicht gewesen sein? Auch diese beiden Parteien haben nichts erfunden in Punkto online-Kommunikation aber wenigstens, guten Willen gezeigt.
Das Problem von Politikern ist dasselbe wie jenes vieler Manager. Nur weil man selber nicht twittert, bloggt, usw. glaubt man, dieses ganze Web 2.0 findet nicht statt.
Ein fataler Irrtum!
Wärmepumpe, Windenergie, Solarenergie, Energie sparen und Biomasse
... sind die Schlagworte mit denen sich das BEWAG Ökocenter beschäftigt. Unter Mitwirkung von Knallgrau und Deloitte wurde ein Portal aufgebaut, das sich mit nachhaltigem Umgang mit Energie beschäftigt. Fünf Experten berichten von Neuerungen, ihren Tätigkeiten und Projekten rund um die angesprochenen Themen.
Hier ein paar Highlights, die da so zu finden sind:
Ich beschäftige mich nun schon seit fast 2 Jahren mit Peer-to-Peer Krediten bzw. deren Portalen. Eine der faszinierendsten Web 2.0 Anwendungen unserer Zeit.
Ungefähr so faszinierend wie damals das Aufstreben der online Auktionshäuser. Kritiker haben damals wie heute sofort gemeint, diese würden sich nie im Leben durchsetzen, wer vertraut schon irgend jemandem im Internet? Schauermärchen ob versendeter Ziegelsteine statt Laptops u.ä. kamen rasch auf. (Ich behaupte an dieser Stelle um Gottes Willen nicht, dass es keinen Fraud bei Kleinanzeigenportalen gibt.) Untersucht man diesen genauer, und setzt ihn in Relation zu den unzähligen erfolgreichen Transaktionen jeden Tag, verschwindet seine Bedeutung jedoch recht schnell. Auch die Fraud Rate bei Peer-to-Peer Kreditportalen ist vergleichsweise gering. Viele meinen natürlich wieder: Noch.... Das Vertrauen in das Medium Internet steigt sehr sehr langsam. Das Vertrauen in große Banken bzw. Versicherungen ist nach wie vor sehr groß. Schaut man sich die aktuelle Entwicklung speziell in der USA an sollte man sich fragen ob diese Diskrepanz gerechtfertigt ist.
Unlängst bin ich auf ein paar interessante Blogs zum Thema Krisenkommunikation gestossen. Eigentlich liegt die Idee ja ziemlich nahe. In turbulenten Zeiten ist die richtige Kommunikation ein sehr starkes Instrument, wie man an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken kann. Es gibt ja unzählige Beispiele wie Unternehmen Unangenehmes ins Positive Umschwenken konnten. Die Meisten werden wohl noch den berühmten Mercedes A-Klasse Elchtest in Erinnerung haben. Im Endeffekt erfuhr Mercedes dafür eine Menge Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Weil Mercedes auf den "Umfaller" konstruktiv und scheinbar richtig reagierte, gibt es heute in den meisten Kleinwägen elektronische Stabilitätshelfer und das ganze steht in positivem Licht.
Zurück zum Thema. In Krisenzeiten ist richtige Kommunikation besonders gefragt. Und da bietet sich ein Corporate Blog an, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Oft findet man ja Presseaussendungen als unternehmerische Antwort auf schlechte Presse. Aber mal ehrlich, vertraue ich eher einer auf hochglanz polierten Presseaussendung oder einem Blog in dem der Vorstand persönlich Stellung nimmt und sich einer öffentlich lesbaren Diskussion stellt. Die Diskussion ja entsteht normalerweise auf jeden Fall. Wenn man es schafft, diese auf die eigene Plattform zu bringen, hat man jedenfalls gute Möglichkeiten angemessen zu reagieren. So geschehen bei der Firma Dell, die im Zuge der "Akkukrise" rund um explodierende Notebook-Akkus sehr effektiv den Corporate Blog zur Krisenkommunikation genutzt hat.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Krisenkommunikation in Corporate Blogs?
Damit lockt man ja nun wirklich niemanden hinterm Ofen vor. Auf einem Preisvergleichsdienst nachzusehen wo ein und das Selbe Produkt billiger angeboten wird. (Übrigens haben "Fachleute" zu Beginn diesen Diensten keine bis extrem kurze Lebensdauer prognostiziert...).
Abgesehen vom Businessmodell eines Preisvergleichsdienstes (dazu wird es einen eigenen Blog-Eintrag geben) lohnt es sich durchaus einen näheren Blick auf die Auswirkungen für den Handel zu nehmen. Ging man früher zum Fachhändler um die Ecke und ließ sich zum Thema Fernseher beraten um dann zu einem Elektrogroßmarkt zu fahre und das gute Stück um einiges günstiger zu kaufen, sieht die Sache heute noch ein Stück anders aus. Man geht zum Elektrogroßmarkt sieht sich das Objekt der Begierde an und bestellt es dann im Internet beim Bestpreisanbieter; läßt es liefern oder holt es ab. Wer jetzt meint, dass wegen "der paar Euro" der Aufwand nicht lohnt, ist gewaltig auf dem Holzweg. Es kann schon passierten das Haushaltsgeräte um bis zu 2/3 günstiger sind als im Elektrogroßmarkt.
Noch interessanter wird es wenn man über die Grenzen hinausschaut. In Deutschland ist in der Regel alles noch mal ein gutes Stück günstiger. Fast alle großen Onlinehändler dort liefern mittlerweile nach Österreich. Ein 30kg Paket für 17 €. Die Zeiten wo nur Waschmaschinen, Fernseher und Computer in Preisvergleisportalen gelistet wurden sind längst vorbei. Eine Bohrmaschine der Marke Bosch kostet bei einer großen Baumarktkette 270 €.
Mit wenigen Klicks findet man einen Onlinehändler in Lich (das ist eine Gemeinde mit 13.000 Einwohnern in Hessen) der die gleiche Bohrmaschine um 202 € anbietet. Für 17,95 € hat man sie 2 Tage später nach Österreich geliefert.
Harte Zeiten für Baumärkte stehen bevor! Das sehen aber nicht Alle so....
Spannend zu sehen ist eine andere Entwicklung. Das wichtigste Asset dieser Onlinehändler ist es viele positive Bewertungen zu haben. (neben einer guten Listung in den Preisvergleichsportalen natürlich) Die Händler unternehmen nun alles nur erdenkliche um viele Bestnoten zu erzielen und deren digitale Reputation zu steigern. Wie macht man das? Man möchte es kaum glauben: mit ausgezeichnetem Kundenservice! Freundliches, hilfsbereites Telefonpersonal. Schnelle Lieferung, positiver Dialog mit dem Kunden, schnelle Reaktionszeiten auf E-Mails usw.
Wie wird sich das wohl auf den Handel auswirken? Was wenn die Hersteller direkt auf diesen Zug aufspringen, falls sie das nicht schon längst getan haben. Es ist wieder einmal zu befürchten, dass Unternehmen Entwicklungen verschlafen.
Kürzlich habe ich einen Artikel im Standard gelesen, der sich mit Googles neuer Wissensplattform Knol beschäftigt hat. In diesem wird sogar erwähnt, dass Knol sich zu einem „Wikipedia-Killer“ etablieren wird. Beeindruckt von dieser starken Aussage habe ich mit diesem Thema befasst und einige Unterschied entdeckt:
• Bei Knol gibt es mehrere Artikel zu einem Thema, die anhand eines Bewertungssytems gereiht werden. Bei Wikipedia arbeitet das Kollektiv an einen Artikel gemeinsam. Das bietet Firmen bei Knol neue Möglichkeiten, sich entsprechend positiv im Internet zu präsentieren, denn das Ändern des Artikels ist ohne die Mitarbeit des Autors nicht möglich. Dem kritischen Leser bleibt jedoch die Möglichkeit, sich in Kommentaren über den Inhalt zu äußern.
• Dieses Faktum kann sich aber natürlich auch sehr negativ auf die Reputation der Unternehmen niederschlagen. Das „Verbessern“ der Artikel ist nur bei Wikipedia möglich und ist bei Knol somit außerhalb des Einflussbereiches der Firmen.
• Google möchte vor allem den Autor besonders hervorheben. Diese Idee soll vor allem Experten anlocken, die unter eigenem Namen Ihre Texte publizieren dürfen.
• Die Bandbreite der Wikipedia Artikel ist enorm und wird durch das Konzept von Google nicht zu übertreffen sein.
• Die Autoren bei Wikipedia werden mit Selbstverwirklichung, Ruhm, Ehrgefühl und dergleichen belohnt. Im Gegensatz dazu können die Verfasser bei Knol im Rahmen einer Umsatzbeteiligung am Gewinn partiziperen.
Gerade der letzt erwähnte Punkt hat mich ein wenig stutzig werden lassen. Hohe Mitgliederpartizipation ist einer der Schlüsselfaktoren für den Start und Aufrecherhaltung einer erfolgreichen Online-Community Wie konnte Wikipedia zu so einem großen Organismus heranwachsen, ohne auch nur einen Cent an die Autoren zu bezahlen? Natürlich arbeitet Wikipedia mit kleineren Motivationshäppchen (Rankings/ Bewertungen), um seine Autoren bei Laune zu halten und Leser für Beiträge zu akquirieren. Der Begriff „sozial Belohnung“ spielt hier wohl eher eine bedeutende Rolle. Der Gewinn an Reputation und die Möglichkeit, ein Teil eines ganzen Projektes zu werden und die ganze Welt daran teilhaben zu lassen, hat tausende Autoren zum Mitwirken animiert.
Viele dieser Faktoren und noch einige mehr haben Wikipedia zu dem geformt, was es heute ist. Eine interaktive Wissensplattform, die eine traditionsreiche Enzyklopädie wie Brockhaus in einem direkten Vergleich deutlich hinter sich gelassen hat. Dieser Tatsache sind sich sicher auch die Experten bei Knol bewusst, die auch die Aussage, einen „Wikipedia-Killer“ schaffen zu wollen, nicht bestätigen:„Google ist froh über den Erfolg von Wikipedia“ heißt es hier vom zuständigen Projektmanager Cedric Dupont.
Faszit: Googles Knol sollte man nicht als direkten Konkurrenten von Wikipedia betrachten, da die Plattform auf andere Schwerpunkte setzt und mit diesem Konzept eher einer online Fachzeitschrift ähnelt. Knol besitzt sehr viel Potential im Sinne von Mehrwertgenerierung mit Werbeeinahmen für den Konzern. Außer das Projekt erweist sich ebenso als Flop, wie es bei dem Projekt Google Answers (2002-2006) der Fall war.
Dass Web 2.0 derzeit in aller Munde ist, ist wenn man die Medien auch nur oberflächlich verfolgt, schwer zu übersehen. Dass sich das Nutzungsverhalten des Internet bei den Kunden ändert, ebenfalls nicht (…bei meiner eben zu Ende gegangenen Asien Reise konnte ich einen Eindruck gewinnen, wie weit das noch gehen wird; kaum ein Tisch in einem Restaurant oder Kaffeehaus, auf dem nicht auf mindestens einem Laptop herumgetippt wird; Internet Kaffees bei denen die iPhone Docking Station im Tisch integriert ist und die dazugehörigen Lautsprecher, in Plexiglas-Halbkugeln versteckt über dem Sessel schweben...).
Die Frage, die sich jedoch für jeden verantwortungsvollen Manager stellt, zahlt es sich schon aus in diese neue Technologie zu investieren? Ist der Markt schon reif genug?
Dazu einige Erfahrungen aus Projekten betreffend möglicher Vorteile, die sich bei einem frühen Einstieg in das Thema lukrieren lassen und die nicht unmittelbar auf der Hand liegen (wie der vielzitierte first-mover Effekt gegenüber den Kunden):
• Gratis-PR:
der ERSTE Blog/das ERSTE Web 2.0 Portal zu einem Thema, die ERSTE Web 2.0 Anwendung in einer bestimmten Branche, die ERSTE Web 2.0 Marketingkampagne o.ä. finden in den Medien entsprechenden Widerhall noch dazu, wo das Thema Web 2.0 derzeit bei den Medien hohe Aufmerksamkeit genießt;
die zweite, dritte oder vierte Lösung des selben Themas sind dann nicht mehr so einfach redaktionell zu vermarkten;
• Geringere Kosten:
viele Firmen, die im Bereich Web 2.0 tätig sind (z.B. Softwarefirmen), sind bereit, um sich in diesem Markt zu positionieren und entsprechende Referenzen zu gewinnen, erhebliche Nachlässe auf ihre Preislisten zu gewähren;
• Attraktivität für Mitarbeiter:
neue Themen sind für Mitarbeiter sehr attraktiv. Dies gilt in hohem Masse gerade auch für das Web 2.0 Thema, bei dem viele Mitarbeiter persönliche Erfahrung im Umgang mit Web 2.0 Tools einbringen können und auch gerne die Gelegenheit nutzen sich im Rahmen eines Projektes ihre diesbezüglichen Erfahrungen auszubauen; darüberhinaus ist in Web 2.0 Projekten ein hohes Maß an Kreativität bei der Suche nach Lösungen erforderlich, da es erst wenige Standards oder best-practice Beispiele gibt und die Mitarbeiter sich daher als kreative Gestalter von Lösungen einbringen können;
„Ein Jahr Marktvorteil, kann 20% Kostenvorteil mit sich bringen“
(Karl-Heinz Bekurts, dt. Manager)
Man könnte meinen, dass Werkzeuge wie Google Blog Search, Twitter Search (ehemals Summize) und Technorati, die ebenfalls erlauben, Blog- oder Foreneinträge zu Themen zu finden ausreichen, und es deshalb nicht notwendig ist, extra Analysen dafür anfertigen zu lassen oder Software zu kaufen. Die Technologie von B.I.G. kann jedoch viel mehr. Jede Quelle, jeder Beitrag und die identifizierten Themen bzw. Schlagwörter werden durch ein eigenes statistisch fundiertes System auf dessen Relevanz bewertet. Das System zeigt auf, welche neuen Themen in dem definierten Themenkontext identifiziert wurden und welche Themen sozusagen auslaufen. So werden plötzlich Themen sichtbar, von denen man nie gedacht hätte, dass man als Unternehmen damit in Verbindung gebracht wird. Ohne solche Techniken hätte man dann wohl auch nie davon erfahren.
Durch Analyse der entstehenden sozialen Netzwerke können zu jedem Thema auch die wichtigsten Autoren bzw. Meinungsführer erkannt werden. Durch Auswertung der Tonalität von Beiträgen kann B.I.G. Screen festellen, ob Personen für oder gegen bestimmte Dinge eintreten. Mit dieser Information ist es möglich, gezielt in den entsprechenden Blogs und Foren mitzureden um in einen Dialog mit den Leuten zu kommen, die sich tatsächlich mit den eigenen Produkten auseinandersetzen.
Zusammengefasst: Für Jemanden der wissen möchte, was im Web 2.0 von wem und wie gesagt wird, bietet die Business Intelligenge Group einen umfassenden Werkzeugkasten an. In das Geschehen einzubringen muss man sich jedoch noch selbst.